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Durch Jahrhunderte hindurch nahezu unverändert in ihren wesentlichen Bestandteilen erhebt sich die Häuserkulisse der Altstadt über dem Lahntal. Diese Altstadt gibt Marburg das charakteristische Aussehen und beeindruckt immer wieder aufs neue die Besucher. Marburg hat 1972 das 750jährige Stadtjubiläum gefeiert. Burg und Marktsiedlung sind jedoch viel älter, denn hier wurde schon um 1140 eine eigene Münze, der "Marburger Pfennig" geprägt.

Nach jüngsten Forschungen reichen die ersten Anfänge der Burganlage sogar bis ins 9./10. Jh. zurück. Große Bedeutung erhielt die Stadt aber erst, als Landgräfin Elisabeth von Thü-ringen Marburg 1228 als Witwensitz wählte. Sie baute ein Hospital, in dem sie sich bei der Pflege von Kranken und Gebrechlichen aufopferte. Obwohl sie bereits mit 24 Jahren starb (1231), gilt sie bis heute als die bedeutendste Persönlichkeit, die je in Marburg wirkte. Über ihre große Frömmigkeit werden viele Legenden erzählt. Schon 1235 wurde sie heilig gespro-chen und der Deutsche Orden begann noch im gleichen Jahr, über ihrem Grab die Elisa-bethkirche zu erbauen, die zu den schönsten gotischen Bauten in Deutschland gehört. Pilger aus ganz Europa kamen zum Grab der Heiligen und trugen dazu bei, dass Marburg als Stadt aufblühte.

Zwischen 1248 und 1604 war Marburg - mit einigen Unterbrechungen - Residenz der Landgrafen von Hessen. Hier ließ 1248 Sophie von Brabant, die Tochter der Heiligen Elisabeth, sich und ihren dreijährigen Sohn Heinrich von den Marburger Bürgern huldigen und legte damit den Grundstein für das Land Hessen. 1527, in der Zeit der Reformation, gründete Landgraf Philipp der Großmütige in Marburg die erste protestantische Universität, die seitdem für die Stadt der wichtigste Wirtschaftsfaktor war und bis heute geblieben ist. Ihr verdankt Marburg seine Bedeutung, die immer dann stieg, wenn berühmte Professoren hier lehrten. Dazu gehörten z.B. der Erfinder der Dampfmaschine, Denis Papin, um 1690, der Jurist Friedrich Karl von Savigny um 1800 oder der Chemiker Robert Bunsen um 1850 und der Mediziner Emil von Behring um 1900. Hier studierten der russische Naturwissenschaftler und Schriftsteller Michail Lomonossow (1736-1739), der russische Dichter Boris Pasternak (1912-1914), der Spanier Jose Ortega y Gasset (1906-1907) sowie 1920 Gustav Heinemann, der 3. Bundespräsident (1969-1974).

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erlebte die Universität einen stürmi-schen Aufschwung, der auch ein schnelles Anwachsen der Stadt zur Folge hatte. Innerhalb weniger Jahre und Jahrzehnte verdreifachte sich die Zahl der Einwohner und verzehnfachte sich die Zahl der Studenten. Den Zweiten Weltkrieg überstand Marburg fast unversehrt und nahm nach 1945 eine große Zahl von Flüchtlingen auf. Erst seit dieser Zeit gibt es hier eine größere Zahl kleinerer und mittlerer Industriebetriebe. Unverändert ist nach wie vor die Universität wichtigster Wirtschaftsfaktor in der Stadt mit über 7.000 Beschäftigten und etwa 18.000 Studierenden. Bei einer Einwohnerzahl von etwa 85.000 bedeutet dies, dass etwa jeder Vierte in direkter Beziehung zur Universität steht. Eine ähnliche Sozialstruktur hat in Deutschland wohl nur Tübingen. In Marburg leben, wohnen arbeiten oder studieren 6.300 Menschen aus 138 Nationen; Marburg - eine weltoffene Stadt.

Marburg ist verwaltungsmäßig eine Stadt mit Sonderstatus und zugleich eines von drei Oberzentren in Mittelhessen sowie auch Mittelpunkt des Landkreises Marburg - Biedenkopf. Zu den wichtigsten Aufgaben der Gegenwart gehören die Stärkung der Stadt als Einkaufszentrum und Wirtschaftsstandort, insbesondere für Zukunftstechnologie-Unternehmen und die Abstimmung des Individualverkehrs auf das wachsende Bedürfnis nach Verkehrsberuhigung und -reduzierung. Der Magistrat ist darum bemüht, die Freiräume für Fußgänger, insbesondere in der Altstadt, mehr und mehr zu erweitern in der Überzeugung, dass Fußgän-gerzonen und Verkehrsberuhigung die Stadt sowohl für die Bewohner als auch für Kunden zum Einkaufen und Bummeln attraktiv machen.

Die 1972 mit der förmlichen Festlegung des 1. Abschnittes begonnene Marburger Altstadt-sanierung wird seitdem konsequent verwirklicht und gilt in der Bundesrepublik - wie zahlreiche Preise und Auszeichnungen beweisen - als vorbildlich. Hier wird seitdem nicht, wie lange Zeit anderswo, historische Bausubstanz abgerissen, sondern sorgfältig renoviert. Im Stadtbild ist dies durch die immer noch wachsende Zahl wiederhergestellter Fachwerkgebäude deutlich erkennbar. Neuer Schwerpunkt für die nächsten Jahre ist die Sanierung und funktionale Aufwertung der Nordstadt und des Bahnhofsquartiers.