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Im Corps aktiv werden?

Ob die hier nur kurz in den wesentlichen Aspekten umrissenen Werte und Ziele in der Wirklichkeit tatsächlich gelebt werden, kann ein Außenstehender sicherlich nur schwer beurteilen.
Man muss es einfach einmal ausprobieren!

Wir versuchen es immerhin schon – aus unseren ersten Wurzeln – seit fast 200 Jahren.
Dabei wird über den richtigen Weg oft hart gerungen. Die dabei entwickelte „Streitkultur“ , bei den Aktiven wie den Alten Herren, ist wiederum eine Stärke, die unseren Zusammenhalt fördert. Sie wirkt auch produktiv in die Bedingungen einer „Offenen Gesellschaft“ hinein, in welcher viele unserer Mitglieder aktiv ehrenamtlich in Verbänden, Vereinen und Clubs tätig sind, neben ihrem beruflichen Engagement.

Wir fühlen uns der Zukunft verpflichtet, deshalb investieren wir in unsere jeweilige Aktivitas und unser Corpshaus in Marburg, auch für unterstützende Studienbedingungen ( Studienraum, PCs, Bibliothek). Unsere Vergangenheit verleiht uns Sinngebung, Stabilität und Verlässlichkeit.


Kostet das Aktivsein nicht zuviel Zeit zu Lasten des Studiums?

Sicher, das Aktivsein bindet Zeit, in aller Regel aber zu Lasten der Freizeit. Der junge Aktive lernt aber, Studienzeit und Corpszeit sinnvoll und diszipliniert zu planen und einzuteilen. Das fällt nicht jedem ganz leicht und manchmal müssen erfahrene ältere Aktive hierbei helfen. Der Einzelne soll lernen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und muss seine berechtigten Belange selbst einbringen. Das wird dann auch berücksichtigt.
Immerhin haben wir durch die wechselseitige Unterstützung so gut wie keine Studienabbrecherquote! Auch im späteren Leben wird diese Disziplin hilfreich sein, wenn Beruf, Familie und sonstige Aktivitäten unter einen Hut zu bringen sind.


Im Corps können ja nur Männer aktiv werden. Was ist mit den Frauen?

Aus unserer Tradition heraus können nur Männer bei uns aktiv werden. Frauen sind uns als Gäste auf dem Hause immer willkommen: bei Vorträgen, gesellschaftlichen Veranstaltungen und anderen Anlässen.
Als Partnerinnen unserer Corpsbrüder sorgen sie sogar oft für den Zusammenhalt in der Corpsgemeinschaft, wenn die Männer sich in anderen Aktivitäten engagieren und es bilden sich lebenslange Freundschaften untereinander. Die starke Präsenz der Familien bei unseren Stiftungsfesten legt ein beredtes Zeugnis Für dieses „Einbezogensein“ ab.
Nicht umsonst bezeichnen wir unsere Frauen als „Corpsschwestern“, und sie fühlen sich auch so.


Ist das Fechten nicht ein Überholtes Ritual?

Sicher, das akademische Fechten stammt aus dem 19.Jahrhundert und es ist ein Ritual. Aber es gibt auch viele andere Rituale im allgemeinen Alltag, die wir nicht aufgeben, gerade, weil sie Ausdruck unserer Kultur sind und das Zusammenleben sichern.
Das Fechten ist ein über viele Jahrzehnte erprobter Brauch und es hat sich noch nichts Besseres ergeben. Der Fechtende ist an lebenswichtigen Teilen geschützt, schwere Verletzungen können sich nicht ergeben. Ein Paukarzt ist auch immer anwesend. Aber er muss sich „stellen“ und seine – immer vorhandene – Angst Überwinden und es durchstehen. Sein Sekundant aus dem eigenen Bund – meist selbst ein erfahrener Fechter – wird versuchen, ihm aus schwierigen Situationen zu helfen.
Die Präsenz der anderen Corpsbrüder verleiht das Gefühl, für seinen Bund eingetreten zu sein und stärkt den Zusammenhalt untereinander.
Auch die tägliche Paukstunde ist ein Ritual. Sie stärkt die zeitdisziplinierenden Maßnahmen und ist die Chance für eine gute Vorbereitung. Ganz nebenbei hat sie auch noch einen sportlichen Effekt.


Muss man als Corpsstudent nicht zuviel Bier trinken?

Das ist ein altes Klische! Auch hier gilt: „Jeder übernimmt Verantwortung für sich selbst“. Sicher, auf Kneipen und bei anderen Anlässen wird gerne Bier getrunken und es führt zu Frohsinn und heiteren Gesprächen, manchmal auch zu Ausgelassenheit.
Wir erwarten aber von jedem Corpsstudenten, dass er seine Grenzen erkennt und weiß, wann er aufhören muss. Auch unter gewissem Alkoholgenuss muss er sich beherrschen können. Das gelingt nicht bei jedem auf Anhieb, aber auch dafür sind die erfahrenen Corpsbrüder da, ihm notfalls die Grenzen zu zeigen. Das geht hin bis zu einem strikten Alkoholverbot im Einzelfall.
Die hier erlernte Disziplin hilft dem jungen Studenten auch für die Anforderungen des späteren Lebens.